Finale Furioso beim Hexencup
Nach den erfolgreichen Qualifikationen der weiblichen C- und B-Jugend hatte der Trainerstab im Mai eine trainingsfreie Zeit verordnet. Da aber die Spielerinnen weiterhin soviel Spaß an Sport allgemein und speziell an diesem Handballteam hatten, nahm frau bekanntlich kurzerhand am Kleinostheimer Triathlon teil. Mittlerweile hat die Saisonvorbereitung wieder begonnen, wobei wie üblich Kondition und Kraft zuerst im Vordergrund standen, unterbrochen lediglich durch die Teilnahme beim äußerst unterhaltsamen Beach-Handball in Haibach. Deshalb freuten sich die Damen umso mehr auf den ersten Höhepunkt der Vorbereitung, den Hexencup in Idstein. Es wird berichtet, daß manche Familie sogar den Jahresurlaub deshalb verschieben mußte.
Auch wenn das Turnier für die B-weiblich am Samstag und für die C-weiblich am Sonntag stattfinden sollte, waren doch fast alle Bler und Cler gemeinsam zur gegenseitigen Unterstützung und gemeinsamen Übernachtung bereits am Samstag nach Idstein gereist; welch ein Mannschaftsgeist!
Am Samstag ging es also für die B-Damen in der Vorrunde gegen die Mannschaften der FTG Frankfurt, DJK SF Budenheim und JSG Riedstadt, das Ziel hieß Halbfinale.
Im ersten Spiel gegen Frankfurt lief das HSG-Spiel noch nicht wirklich rund, die lange Pause war dem Zusammenspiel anzumerken. Mit starken Einzelaktionen von den Halbpositionen und einer guten Torhüterleistung konnte das Spiel nicht deutlich, aber doch sicher gewonnen werden. Im Spiel gegen Budenheim rächte sich dann, was sich durch das gesamte Turnier zog: nach Spielbeginn braucht unsere HSG-B-Jugend immer erst einen kleinen Schocker um wach zu werden. Der Anfangsrückstand konnte so in Unterzahl zwar verkürzt werden, aber letztlich war in der kurzen Spielzeit von 15 Minuten eine echte Wende nicht mehr möglich. Das dritte Spiel lief dann (nach der Anfangsphase) überzeugend. Endstand 9:3 für die HSG-Mädels.
So kam es im Halbfinale gegen die Gastgeber und späteren Turniersiegerinnen aus Idstein zu einem, vor allem auf kämpferischem Niveau, hochstehenden Spiel. Der Anfangsrückstand ließ sich leider nicht mehr aufholen, aber der Beweis, dass die neuen lila Trikots extrem reißfest sind, war erbracht. Im „kleinen Finale" ging es gegen den TV Flörsheim und wer unsere Damen Minuten vor dem Spiel chillend in der Halle liegen sah, konnte schon ahnen, wie das Spiel beginnen sollte. Doch nach 0:2 und 2:3 Rückstand erinnerte man sich an die schon in der Quali gezeigten Stärken Tempogegenstoß und schnelle Mitte, sodass ein verdienter 3. Platz bejubelt werden konnte.
Als dann bei der Siegerehrung klar wurde, um welch coolen Pokal es in Idstein geht, stand das Sonntagsziel fest ...
Nach einer relativ ruhigen Nacht (die Angaben schwanken zwischen 3 und 5 Stunden Schlaf, die aber wohl auch nur durch das Ruhebedürfnis einer anderen Gastmannschaft zustandekamen) ging es am Sonntagmorgen in die Vorrunde. Da nur sechs echte C-Feldspielerinnen zur Verfügung standen, bedeutete jeder Ausfall eine Unterzahlsituation, so daß einzelne Spielerinnen sich selbst im nicht-fitten Zustand übers Feld schleppten. Ob es am Konditionstraining oder der Nacht vorher lag, daß es in den ersten Spielen eher an Positionsspiel als an dynamischen Jugendhandball erinnerte? Trotzdem konnte man alle Spiele siegreich gestalten, nur gegen den späteren Finalgegner SG Haslach-Herrenberg-Kippingen brauchte es mehr als nur Routine. Leider hatte man als Gruppenerster danach fast drei Stunden Pause bis zum Halbfinale. Und das sah man dann auch: erst nach fast 10 der 15 Spielminuten wachte unsere Mannschaft im Halbfinale auf und drehte das Spiel noch in einen sicheren Sieg, wenn auch großteils durch Einzelaktionen.
Im Finale allerdings zeigten die C-Mädchen erstmals an diesem Tag ein konzentriertes Spiel. Jetzt gab es schöne Spielzüge nach vorne und sichere Abwehrarbeit. Aber drehbuchreif war es, als unsere Sieben genau dann einen Drei-Tore-Vorsprung herausspielten, als über der blechgedeckten Halle ein Wolkenbruch mit Blitz und Donner niederging; ein dem gut organisierten Turnier würdiges Finale! Diesen Vorsprung spielte dann die HSG sicher nach Hause (Endstand 10:7), wobei unsere Torfrau mit glänzenden Paraden einen erheblichen Beitrag leistete.
Auch wenn das Turnier noch keine hinreichende handballerische Standortbestimmung war, zeigte sich wieder der mannschaftliche Zusammenhalt sowie die Fähigkeit, sich bei größeren Herausforderungen in Konzentration und Spielfluß zu steigern. Das läßt für die kommende Oberliga-Saison hoffen, in der man erstmals mit einer Favoritenrolle klarkommen muß.
